Heute ist die Püppi zwei Monate alt.
Bei einem der letzten Telefonate, meinte die Püppi Oma mütterlicherseits, dass es ihr sehr schwer gefallen war, als sie uns nach Weihnachten wieder gen Heimat verlassen mussten. Gern wäre sie länger und öfter da um mir zu helfen. Das geht aber nicht, die junge Oma muss arbeiten, außerdem so meinte sie, habe ich ja ein Kind bekommen … mehr erwachsen geht nicht mehr, da weiß sie, dass ich auch den Alltag mit dem Baby schaffe.
Tage später fiel mir der Gesprächsfetzen wieder ein, vor allem der Teil mit dem “ein Kind bekommen“, ich schaute in den Rückspiegel vom Auto und sah den Babysitz. Ja, stimmt, ich habe ein Kind geboren!
Die letzten zwei Monate waren so voll mit Neuem, dass der Augenblick der Geburt schon ewig her scheint und so langsam verblast.
Im letzten Monat ist aus der kleinen Puppe, die da am 11. Dezember das Licht der Welt erblickte, ein richtiges properes Baby geworden. Irgendetwas über 5 kg wiegt sie jetzt, am Ende steuern wir schon auf die 6 kg zu, Gewissheit wird es in wenigen Tagen geben, wenn wir zur U4 gehen. Momentan entwächst sie der Kleidergröße 56, erste Kleidungsunfälle (der Papa hat aus versehen von einem der hinteren Stapel einen Body erwischt) in der 62 sitzen zwar locker, aber passen. Ich geb uns noch 14 Tage und die 56 wird, schon, in die Kisten wandern für “zu klein”.
Was den Rhythmus anbelangt, so kann ich ganz einfach sagen: wir haben keinen. Außer einem Tag/Nacht-Rhythmus ist eigentlich jeder Tag anders. Wenn die Nacht gut lief, fängt unser Tag gegen 8 an, war die Nacht durchwachsen bis schlecht, kann es sein, dass wir bis zum “Mittagsschlaf” nicht richtig wach waren. Und wenn der Tag um 8 los geht, heißt das nicht, dass der Tag selbst gut läuft, ich erinnere mich da an diverse Tage, wo Püppi müde ist, aber den ganzen Tag nicht in den Schlaf finden mag.
Aber wenigstens haben wir nun raus, was uns da einen Strich durch die Rechnung macht: Püppis Nuckelbedürfnis wird nur durchs Stillen nicht ausreichend gestillt. Zwei Sachen arbeiten da gegen sie: Mamas Milch und Püppis schnelles Saugen, sie braucht bei viel Hunger keine 8 Minuten um satt zu sein und die Püppi selbst, die keinen Schnuller mag.
Wenn dann nur das richtige Ding …
Das mit dem Schnullern habe ich aber noch nicht aufgegeben, wir üben jetzt jeden Tag, denn wenn sie ihn dann doch einmal nimmt, braucht sie keine Minute (!) um eingeschlafen zu sein. Klar, könnte ich sie die Minute auch noch an der Brust lassen, würde ich sofort, dumm nur, dass da eben auch immer wieder Milch mit kommt und die will die Püppi nun eben mal nicht, weil sie nur nuckeln will, nicht trinken. Ein kleiner Teufelskreis. Arme Püppi, sie tut mir in solchen Momenten unendlich leid. Ist sie doch so k.o. und fertig fürs Traumland, kann aber nicht, weil sie frustriert ist, dass sie nicht etwas länger bei Mama kuscheln kann ohne den kleinen Tummy zu überfordern.
Noch mag die Püppi auch nicht alleine liegen, gepuckt oder auch auf Mamas Bettseite macht da keinen Unterschied. Sobald sie merkt, dass niemand neben ihr ist (wir haben schon ein Kirschkernkissen neben sie gelegt, damit es warm neben ihr ist), weckt sie sich auf und ist dann unglücklich über ihr alleine sein. Am besten schläft sie daher mit Mama und Papa oder eben im Bondolino. Trotzdem hoffe ich, dass sie bald lernt, dass wir sie nicht vergessen und sie ihren Mittagsschlaf auch alleine halten kann. Das würde Mama, Papa und dem Haushalt zu Gute kommen. Aber auch hier üben wir weiter.
Ihr erstes Lächeln hat sie übrigens dem Papa geschenkt. Jetzt grinst sie mehrmals täglich und auf Garantie, wenn sie auf ihrem Wickeltisch liegt. Ihr Mobile, welches dort hängt, bekommt die letzten Tage ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und ganz besonders “Lara Ladybug“, der Marienkäfer, ihr werden schon ganze Geschichten erzählt oder die Püppi schaut ganz gespannt zu, wie sich Lara dreht und schaukelt. Dabei streckt sie immer wieder ihre Fäustchen aus und versucht Lara zu treffen. Gestern hat sie es einmal geschafft und ich bin mir sicher, es war bewusst, denn wie sich Lara auf ihr anstupsen hin bewegte, gab es ein breites Grinsen seitens der Püppi und jede Menge Arm- und Beingewackel.
Fast schon unheimlich erscheint uns, wie gut die Püppi ihr Köpfchen halten und sich in Bauchlagen aufstützen kann. Da geht jetzt nicht mehr nur der Kopf hoch, sondern die Ärmchen drücken sich schon mit hoch. Ansonsten findet sie die Bauchlage aber nun doch eher doof, kann man da doch gar nicht alles sehen! Sowas!
Jetzt schauen wir gespannt auf den nächsten Monat, wenn das Greifen erfolgreich werden wird, die Händchen dann doch den Weg in den Mund finden werden (momentan guckt die Püppi nur doof aus der Wäsche, wenn sich eine Hand in ihren Mund verirrt) und wir vielleicht erste Wendeversuche zu verzeichnen haben.
Jeder Tag ist, trotz unserer Baustellen, spannend. Die Püppi macht viel Spaß und je mehr wir hinter ihre Zeichen steigen, um so einfacher wird es auch wieder für uns.
Auf jeden Fall möchte ich keinen Tag mehr ohne das Stupsnäschen sein, egal wie wenig sie mich die Nacht schlafen lässt und wie lange ich sie am Tag durch die Gegend trage.
Sie ist und bleibt unser Goldschatz, unsere kleine Püppi, unser Baby!
We love you!
Mommy & Daddy
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